Vom Death Valley nach Arizona

Früh morgens holte ich mir im Bergdorf Mammoth Lakes, Kalifornien einen Drive- In Kaffee bei Starbucks, bevor ich meine Reise raus aus der Zivilisation in die Wüste antrat.

Das Navi zeigte mir knappe 4 Stunden ins Death Valley an, da musste auch noch unbedingt vollgetankt und genügend Wasservorrat für die Wüste besorgt werden. Bald darauf ging es los und ich lies mich über die endlosen Stassen treiben, wo stundenlang kein Haus, keine Menschen, kein Strom einfach gar nichts zu sehen war. Auch Autos kamen manchmal nur etwa alle 20-30 Minuten entgegen. Da freute ich mich fast schon, als ich nach stundenlanger Fahrt endlich an der Einfahrt in den Nationalpark ankam und bei brütender Hitze eine Erfrischung im ersten Shop nach knappen 2 Stunden Fahrt im Nichts holen konnte.

Einfach endlos die Strassen hier
Erste Häuser bei der Einfahrt in den Nationalpark. Der Ausdruck „Wilder Westen“ trifft hier jedenfalls zu
Wüste pur nach der Einfahrt
Angekommen beim Visitor Center. Ein schnelles Foto und gleich wieder in das gekühlte Auto zurück

Nachdem ich einen Plan beim Visitor Center besorgt hatte, musste ich danach gleich weiter zum tiefsten Punkt von Nordamerika unter dem Meeresspiegel und auch zum heissesten Punkt der Welt, dem Badwater Basin. Hier wurde vor Jahren eine Rekordtemperatur von 57 Grad Celsius gemessen.

Dort angekommen fragte ich eine Touristin, ob sie denn ein Foto von mir machen könne. Klar sagte sie und meinte, ich solle doch einen „Jump“ simulieren und hoch springen am tiefsten Punkt Nordamerikas. Gar nicht mal schlecht geworden dieses Bild. Aber nach ein paar schnellen Fotos musste sie und auch ich schnell wieder ins Auto um etwas Abkühlung zu bekommen. Selbst Wanderwege gibt es dort in der Umgebung, aber Warnschilder weisen auf die extreme Hitze hin und schreiben auch, dass keinesfalls dazu angeraten wird, nach 10 Uhr zu Wandern oder auch nur herumzugehen.

Kleiner Abstecher zu einem Aussichtspunkt über das Tal
Wandern wäre hier keine gute Idee obwohl es ein ausgeschilderter Wanderweg ist
Tiefster Punkt in Nordamerika mit Salz inmitten der Wüste
Fotografische Begabung einer Touristin
Aussicht vom sogenannten Art Drive
Kurzer Stopp beim Zabriskie Point

Nach dieser Wüstentour in brütender Hitze fuhr ich weiter nach Beatty, wo ich nach der langen Fahrt eine Nacht verbrachte. Auch diesen kleinen Ort könnte man als „Wilden Westen“ bezeichnen. Selbst Esel laufen hier frei rum.

Einfahrt nach Beatty
Sind gar nicht so dumm die Esel. Diese wissen genau wo sie einen kühlen Schattenplatz finden

Gut ausgeschlafen ging meine Fahrt am nächsten Morgen weiter nach Las Vegas, wo ich einen kurzen Shopping Stopp einlegte. Nach diesem fuhr ich weiter zum Hoover Dam, welcher ein bauliches Meisterwerk ist und den riesigen Lake Maed aufstaut. Von hier aus werden 1,3 Millionen Menschen in den Bundesstaaten Arizona, Kalifornien und Nevada mit Strom aus Wasserkraft versorgt, und das inmitten einer Wüste.

Der Stausee des Hoover Dams
Hoover Dam

Nach einer weiteren Nacht ging es nun weiter nach Arizona zur Nordseite des Grand Canyons. Diese Seite wird als die grüne Seite des Canyons bezeichnet. Da ich bereits ohnehin vor einigen Jahren bereits an der Südseite war, welche als der touristische Hotspot bezeichnet werden kann, war nun eine Wanderung im Canyon an der Nordseite geplant.

Zuvor schaute ich mir jedoch ein wenig das North Rim des Canyons an und kam ein wenig ins Gespräch mit weiteren Touristen, welche auch wieder fotographische Begabungen zeigten.

Grand Canyon North Rim
North Rim
North Rim
Kleine Pause mit Aussicht vor meiner Wanderung

Nachdem ich nun Fotos entlang des Canyons machte, wurde es Zeit, zum North Kaibab Trail zu fahren, mein Wanderzeug auszupacken und in den Canyon zu wandern. Leider war es mir nicht möglich, ganz in den Canyon bis zum Colorado River abzusteigen, da man hierfür mindestens eine 2-Tageswanderung planen muss und eine Genehmigung dafür notwendig ist. Aber auch die kurze Wanderung in den Canyon wurde mit spektakulären Ausblicken belohnt.

Wanderung im Canyon
Mit Gegenverkehr am Wanderweg
Und perfekter Aussicht

Nach meiner Wanderung musste ich noch eine etwa 3-stündige Fahrt nach St. George in Utah zurücklegen. Bei der Ausfahrt aus dem Nationalpark hielt ich noch an um ein paar Bilder vom Canyon Einfahrtsschild zu machen. Zu dieser Zeit stoppte nach mir auch ein älteres amerikanisches Paar, welches gerade mit ihrem Wohnmobil in den Park einfuhren um dort zu campen. Ich fragte sie, ob sie denn ein schnelles Foto von mir machen könnten und ihre Antwort darauf war ja, aber ich müsse auch eines von ihnen machen.

Wir kamen nach unseren Fotos ins Gespräch. Sie waren überrascht, als ich ihnen sagte, dass ich Österreicher sei und in der Schweiz lebe. Der Mann blühte plötzlich auf und erzählte mir, dass sein Vater Schweizer war und seine Mutter Deutsche. Diese wanderten damals nach Iowa aus. Er kam aus dem Schwärmen von seinen Österreich und Schweiz Besuchen gar nicht mehr raus und lud mich sogar in sein Wohnmobil ein, wo es Erinnerungen seines Vaters an die Schweiz an der Wand dekoriert hatte. Wir hatten danach noch längere Gespräche, bevor ich schlussendlich weiterfuhr. Dies widerspricht ganz dem Ruf der „unfreundlichen“ Amerikaner, dann bei diesem Besuch aber auch schon einige mal zuvor hier im Land hatte ich immer nette Menschen getroffen. Alles in allem wieder ein gelungener Tag.

Veröffentlicht von Patricks Welt

Patrick, 40 Jahre ; Weltreisender und Natur-Erkunder; Meine Hobbies: Wandern bzw. Bergsteigen, Schifahren, Schwimmen, Landschaften entdecken

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