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Auf den Spuren der Mainzer Römer

Die Römer legten vielmals den Grundstein für die Städte in welchen wir heute leben und wohnen. Durch unsere immer schnelllebige Gesellschaft existieren kaum noch, bis keine Städte mehr, welche nicht von Baustellen beherrscht werden. Dabei kommt es in Städte wie Mainz, Köln oder Trier um nur einige zu nennen, oftmals zu Bauverzögerungen, da bei deren Arbeiten immer wieder auf Überreste der Römer gestoßen wird. Entsprechend stellten wir uns die Frage: Wie viel von den Städtegründern findet man eigentlich noch in unseren modernen Städten? Dieser Frage gingen wir in unserem letzten Besuch in Mainz nach und fanden, ohne großes Suchen, folgende Überreste aus der Zeit von Cesar und Octavian:

Römersteine

Die Römersteine bilden die Überreste eines Aquäduktes, welches ungefähr 9 Kilometer lang war und das römische Legionslager mit Wasser versorgte. Zweifelsfrei konnten nur 3,8 Kilometer eindeutig nachgewiesen werden. Der höchste der noch existierenden Römersteine kommt auf eine stattliche Höhe von 25 Meter und insgesamt existieren noch 69 Stück. Ebenso existieren noch Überreste des Auffangbeckens, welches sich auf dem Universitätsklinikum befindet. Am besten können die Römersteine in Mainz-Bretzenheim begutachtet werden. Wir empfehlen euch in der Nähe der Untere Zahlbacher Strasse 8, 55131 Mainz eure Suche zu beginnen.

Drususstein

Der Drususstein wurde im Jahr 9 v. Chr. von den damals in Mainz stationierten Legionären zu Ehren des gefallen Feldherrn Drusus, welcher wenige Jahre zuvor das Feldlager Mogonticum, woraus das heutige Mainz entstand, errichtet. Drusus der Stiefsohn Augustus wurde nach seinem Tot zwar nach Rom überführt, um dort im Mausoleum des Augustus beigesetzt zu werden, zuvor wurde ihm zu Ehren Feierlichkeiten in Mainz abgehalten. Während dieser Feierlichkeiten entstand unter seinen Soldaten wohl der Wunsch ihm ein Denkmal, in Form des Drusussteins, zu errichten. Nach dessen Fertigstellung sollen jährliche Gedenkfeiern an dem Monument Stattgefunden haben.

Der Ursprüngliche Drususstein soll 30 Meter hoch gewesen sein und aus einen quadratischen Sockel bestanden haben, auf dessen ein zylindrisches Geschoss gemauert worden ist, welches einen Kegelförmigen Abschluss hatte. Die Spitze des Turm krönte eine Pinienzapfen. Die heute erhaltenen Überreste kommen noch auf eine stolze Höhe von 20 Metern und bilden den inneren Kern aus Gussmauerwerk. Es ist davon auszugehen das der Drususstein deutlich besser erhalten wäre wenn das Mauerwerk, welches den Kern schützte, in den späteren Jahrhunderten nicht als Materialquelle für andere Bauwerke benutzt worden wäre. Dennoch diente das Monument als Wachturm der Zitadelle, auf wessen Grund er bis heute steht.

Den Drususstein findet ihr auf dem heutigen Gelände der Zitadelle unter folgender Adresse: Windmühlenstraße, 55131 Mainz.

Römisches Theater

Das Römische Theater gilt als größtes Theater nördlich der Alpen und wurde im 19 n. Chr. das erste mal erwähnt. Mit einer Breite des Zuschauerrangs von 116 Metern und 42 Meter Bühnenbreite, bot es Platz für ungefähr 10.000 Personen. Es wird davon ausgegangen das, dass Theater im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zu ehren Drusus errichtet wurde, was die Nähe zu dem 340 Meter entfernten Drususstein erklären würde. Das Theater wurde in einen Hang gebaut, wodurch davon ausgegangen wird, dass nur die obersten Ränge über den Hang hinausragten. Identisch zum Drususstein wurden die Steine des Theaters zu einem späteren Zeitpunkt für andere Bauwerke verwendet, einige davon wurden in der im vierten Jahrhundert erbauten Stadtmauer wiederentdeckt. Da seit diesem Zeitpunkt das Theater außerhalb der Stadtmauer befand wird davon ausgegangen, dass ab diesem Zeitpunkt der Theaterbetrieb zu erliegen kam.

Das Theater befindet sich direkt hinter dem Mainzer Bahnhof mit dem passenden Namen „Römischen Theater Mainz“ und ist bereits von den Gleisen aus zu erkennen.

Dativius Victor Bogen

Der Dativius Victor Bogen befand sich in einem öffentlichen Gebäude und diente als Durchgang in eine Säulenhalle. Die Inschriften des aus der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. stammenden Bogen besagen, dass der Bogen zu Ehren des verstorbenen Dativius Victor und des Gottes Jupiter errichtet wurde. Mit den Maßen von 6,50 Meter Höhe, 4,55 Meter Breite und 0,70 Meter Tiefe zählt der Bogen zu den wichtigstens Fundstücken aus der Zeit des Limesfalls. Der Nachbau des Dativius Victor Bogens befindet sich am Ernst Ludwig Platz unweit des Originals, welches im Landesmuseum Mainz ausgestellt wird. Der aus Insgesamt 75 Einzelteilen bestehende Bogen wurde zu einem späteren Zeitpunkt als Fundament der Stadtmauer benutzt und dementsprechend einbetoniert. Zum jetzigen Zeitpunkt wurden insgesamt 43 Blöcke wiedergefunden, welche hauptsächlich aus der Vorderseite des Bogens stammen.

Römischen Fußbodenheizung

Beim Bau der Tiefgarage des Proviantamtes (Schillerstraße 11A, 55116 Mainz), wurden Überreste eines römischen Wohnhauses entdeckt. Bei den Ausgrabungen wurde in etwa vier Meter tiefe eine römische Fußbodenheizung gefunden. Entsprechend wurde eine Nachbildung dieser vor dem Proviantamt aufgebaut inklusive eines römischen Ziegelfußbodens. Leider konnten wir nicht herausfinden was mit dem original passiert ist. Das System dahinter ist sehr schnell erklärt: Der durch die Säulen getragene Fußboden bietet genügend Platz um Luft darunter zirkulieren zu lassen. Entsprechend wurde mithilfe von Feuer, an einer Stelle des Hauses, die warme Luft durch das System geleitet, wodurch wiederum die Böden erwärmt wurden. Meistens sind solche Systeme in öffentlichen Thermen oder in sehr wohlhabenden Wohnhäusern anzutreffen.

About Patrick

Patrick

Ich bin ein echter Meenzer, welcher im Alter von 14 Jahren zusammen mit seiner Mutter in das schöne Köln gezogen ist. Mittlerweile wohne ich bereits 12 Jahre dort und habe Köln mit all seinen Facetten kennen und lieben gelernt.

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